Laboratoriumsmedizin
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Labormedizin

Was ist Labormedizin?
Labormedizinische Untersuchungen werden bei fast allen Patienten durchgeführt, unabhängig davon, ob sie sich einer ambulanten oder einer stationären Behandlung unterziehen. Zu diesem Zweck werden vom Patienten zumeist in den Ambulanzen oder auf den Stationen Blut, Urin oder andere Körperflüssigkeiten entnommen und dann im Zentrallabor untersucht. Ziel der Labormedizin ist es, immer mehr Krankheiten mit Hilfe schmerzfreier Methoden wie beispielsweise der eines Bluttests zu erkennen und damit dem behandelnden Arzt den Weg für die Therapie aufzuzeigen. Bereits heute kann aus einer einzigen Blutprobe eine Vielzahl von Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten, aber auch über künftige Risiken gewonnen werden. Mehr als 70 Prozent aller Diagnosen in der Medizin basieren auf labormedizinischen Analysen: Untersuchungen des Urin, des Stuhls, des Blutes oder des Liquors helfen, verschiedene Erkrankungen ohne invasive Verfahren zu diagnostizieren und im Verlauf zu verfolgen.


Für die Durchführung der Untersuchungen und die Interpretation der dabei erhaltenen Ergebnisse sind im Sankt Gertrauden-Krankenhaus nur speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich, also Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen und -assistenten, Laborärzte und Mikrobiologen.


Entwicklung der Laboratoriumsmedizin
Innerhalb der letzten 30 Jahre hat die Laboratoriumsmedizin einen rasanten Aufschwung genommen. Dies liegt einerseits am rapiden technischen Fortschritt, der zu erheblicher Qualitätsverbesserung und gesteigerter Nachweisempfindlichkeit der angewandten Methoden geführt hat. Andererseits ist er auf eine Vielzahl an Entwicklungen neuer diagnostischer Verfahren besonders auf den Gebieten der immunologischen, zellulären und molekularen Diagnostik zurückzuführen. Bereits heute kann aus einer einzigen Blutprobe eine Vielzahl von Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten, aber auch über künftige Risiken gewonnen werden. Dabei verfeinern sich die labordiagnostischen Methoden immer weiter. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung über die Entstehung von Krankheiten werden in diagnostische Werkzeuge für die klinische Praxis übersetzt. Die Laboratoriumsmedizin stellt damit ein zentrales Bindeglied zwischen naturwissenschaftlich-medizinischer Grundlagenforschung und der klinischen Medizin dar.


Bedeutung der Laboratoriumsmedizin

Neben der Erhebung der Krankheitsgeschichte („Anamnese“) eines Patienten, seiner körperlichen Untersuchung und den bildgebenden diagnostischen Verfahren (Röntgen, Ultraschall, u. a.) spielen Laboruntersuchungen eine entscheidende Rolle in der Vorbeugung, Erkennung und der Behandlung von Krankheiten. Durch sie erhält der behandelnde Arzt wesentliche Informationen für sein weiteres diagnostisches und therapeutisches Vorgehen. Der Stellenwert der Labormedizin wird darin deutlich, dass sie sich statistisch gesehen bei ca. 2/3 der Patienten als für die Diagnosestellung wegweisend erweist. Die Kosten der Labormedizin betragen je nach Einsatzbereich zwischen 3 bis 5 % des Gesundheitsbudgets, leisten aber, wie obige Zahlen belegen, einen entscheidenden Beitrag zur Steuerung und Ressourcennutzung im Gesundheitssystem.


Wozu dienen labormedizinische Untersuchungen?

Ziel labormedizinischer Untersuchungen ist:
•    Erkennung bzw. Ausschluss von Erkrankungen
•    Erfolgskontrolle einer bereits eingeleiteten Therapie
•    frühzeitiges Erkennen von drohenden unbeabsichtigten Nebenwirkungen der Therapie
•    Erfassung von Risikofaktoren für das Entstehen  bestimmter Erkrankungen (z.B. Arteriosklerose oder Thrombose)


Welche Bedeutung hat ein pathologischer Laborwert?

In der Laboratoriumsmedizin gibt es keine einzelnen Normalwerte, sondern bestimmte Schwankungsbereiche, innerhalb deren alle Werte als normal gelten, sog. Referenz- oder Normalbereiche. Referenz- oder Normalbereiche sind definitionsgemäß solche Bereiche von Laborwerten, die sich bei der überwiegenden Mehrheit von gesunden Personen finden lassen. Sie werden statistisch aus Untersuchungsergebnissen gesunder Personen ermittelt. Als normal werden solche Ergebnisse bezeichnet, die bei rund 95 Prozent aller gesunden Untersuchten gefunden werden. Dabei wird das Vertrauensintervall so gewählt, dass jeweils im oberen und im unteren Endbereich der gemessenen Werte eine Standardabweichung (2,5 %) als Grenze für „normale“ Werte festgelegt wird. Damit haben 2,5 % aller Gesunden immer einen ausserhalb des Referenzbereichs liegenden, also einen „zu hohen“ bzw. „zu niedrigen“ Wert, ohne dass eine Erkrankung zugrunde liegt. Daneben können Abhängigkeiten von Alter, Geschlecht, Regionen, Rassen oder durch die Anwendung unterschiedlicher Messmethoden bestehen. Für die Interpretation von Laborparametern ist es wichtig zu wissen, dass die Referenzbereiche für ein und denselben Parameter - abhängig von der verwendeten Analysemethode und dem Messgerät - stark variabel sind. Deshalb sollten zu jeder Analyse die jeweiligen Referenzbereiche immer mit angegeben werden.