In der Orthoptik wird die Qualität der mechanischen Funktion der Augen nach einer erworbenen Hirnschädigung geprüft. (Die Aufgabe des Augenarztes ist es hingegen, den organischen Befund, also das Auge als Organ zu diagnostizieren und zu therapieren.)
Zu den erworbenen Hirnschädigungen zählt beispielsweise der jeweilige Zustand nach einem Schädelhintrauma, einem Schlaganfall oder einer Hirnoperation. Möglichkeiten der veränderten visuellen Wahrnehmung können unter anderem Doppelbilder, eine verminderte Sehschärfe oder Halbseitenblindheit mit Neglekt sein.
In der Orthoptik wird die Sehschärfe geprüft und ggf. Doppelbilder können beispielsweise über spezielle Folien auf dem Brillenglas ausgeglichen werden. Bei einer Halbseitenblindheit mit Neglekt wird die betroffene Seite therapeutisch mit in die Wahrnehmung/ Orientierung einbezogen. Die Patienten erlernen dabei Strategien zur Erlangung größtmöglicher Unabhängigkeit und Sicherheit.