2. Oktober 2008
Leben und Würde bis zuletzt - 10 Jahre Hospizdienst im Sankt Gertrauden-Krankenhaus
Der Hospizdienst im Sankt Gertrauden-Krankenhaus begeht den 10. Jahrestag. Als eines der wenigen Berliner Krankenhäuser bietet das Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Charlottenburg-Wilmersdorf seit 10 Jahren den Begleitdienst für Schwerkranke und sterbende Patienten an. Das Jubiläum 10 Jahre Hospizdienst im Sankt Gertrauden-Krankenhaus wird am Mittwoch, dem 8. Oktober ab 14:30 Uhr in der Kapelle und dem Tagungszentrum des Krankenhauses begangen.
Seit 10 Jahren begleitet der Hospizdienst im Sankt Gertrauden-Krankenhaus schwerkranke und sterbende Menschen. Zur Zeit sind über 30 ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in diesem Bereich tätig. Eine solche Einrichtung ist für ein Krankenhaus nicht selbstverständlich. Das Sankt Gertrauden-Krankenhaus war eine der ersten Kliniken, die diese Form der Hospizarbeit aufgebaut hat. Dabei sind Vorbereitung, Fortbildung und der monatliche Austausch der ehrenamtlich Tätigen von großer Bedeutung.
Der Aufenthalt in einem Krankenhaus ist immer mit der Erwartung auf Genesung verbunden. Dennoch gibt es Situationen, in denen das Ziel der körperlichen Gesundheit in unerreichbare Ferne rückt. Die Endlichkeit des Lebens anzuerkennen fällt uns Menschen nicht leicht: weder in der Gesellschaft, die Tod und Sterben häufig genug tabuisiert, noch in der Medizin und Pflege, die zunächst die Heilung und Erhaltung von Lebensfunktionen und –fähigkeiten im Blick haben. Und immer noch sterben die meisten Menschen in Deutschland im Krankenhaus. Die Integration des Hospizgedankens „Leben bis zuletzt“ ist die Herausforderung, der sich das Sankt Gertrauden-Krankenhaus seit 10 Jahren stellt: Neben aller notwendigen Diagnostik und intensivmedizinischen Möglichkeiten auch die Realität des Lebensendes, eines Nicht-mehr-heilen-könnens und dem Zulassen des Sterben-dürfens anzuerkennen und menschlichen Beistand und Begleitung anzubieten. Neben der Zuwendung für den Sterbenden steht dabei die Unterstützung von Angehörigen im Mittelpunkt.
Die Mitarbeiter/-innen des Hospizdienstes im Sankt Gertrauden-Krankenhaus betrachten das menschliche Leben von seinem Beginn bis zu seinem Tode als ein Ganzes. Sterben ist Leben - Leben vor dem Tod. Im Zentrum stehen die Würde des Menschen am Lebensende und der Erhalt größtmöglicher Autonomie. Voraussetzung hierfür sind die weitgehende Linderung von Schmerzen und Symptomen schwerster Erkrankungen durch eine palliative Versorgung sowie eine psychosoziale und spirituelle Begleitung der Betroffenen und Angehörigen.
Die Hospizbewegung ist von ihrem Wesen durch bürgerschaftliches Engagement getragen und zeichnet sich durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen und Ehrenamtlicher aus. Das Sankt Gertrauden-Krankenhaus ist mit seinem Hospizdienst Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Berlin, die die Vernetzung der einzelnen Hospizeinrichtungen leistet und deren Interessen vertritt.
Drei hauptamtliche Mitarbeiter leisten neben der Koordination und Begleitung der ehrenamtlich Tätigen auch ein Beratungs- und Gesprächsangebot für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter/-innen des Krankenhauses und sind zudem in der Fortbildung eingesetzt.
Kontakte:
Telefon: 030-82 72–25 37
Frau Maria Brüggemeier-Walf,
Herr Thomas Hardeweg
Email: hospizdienst@sankt-gertrauden.de
Kontakt für die Presse:
Herr Thomas Hardeweg, Hospizdienst: Tel.: 030-82 72–25 37
Herr Konrad Schülke, Geschäftsführer: 030-8272-2460/2474
Frau Carola Ilte, Öffentlichkeitsarbeit: 030-8272-2717